Direkt vor dir ragt der Wasserturm in die Höhe – gleich neben dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr. Mit 46 Metern ist er nach dem Leuchtturm das zweithöchste Bauwerk der Insel und der höchste künstliche Punkt der Stadt.
Gebaut wurde der markante Ziegelturm 1929/30. Sein Zweck steckt im Namen: Oben im Turm sitzt ein riesiger Hochbehälter, der 500.000 Liter Trinkwasser fasst. Das Prinzip dahinter ist so simpel wie genial – das Wasser steht ganz oben, und allein sein Gewicht erzeugt im gesamten Leitungsnetz den Druck, der es bis in den letzten Wasserhahn der Insel bringt. Kein Motor, keine Steuerung, keine Stromrechnung: Der Druck kommt aus der Höhe. Und weil der Behälter ein halbes Millionen Liter großer Puffer ist, bricht die Versorgung selbst dann nicht zusammen, wenn morgens die ganze Insel gleichzeitig duscht.
Genau deshalb stehen Wassertürme fast immer an der höchsten Stelle eines Ortes. Auf einer flachen Insel gibt es die nicht – also musste die Höhe gebaut werden. Der Turm ist damit weniger ein Gebäude als ein Stück Technik, das man von außen ansieht.
Betreten kann man ihn nicht, er ist reine Versorgungsanlage und für Besucher geschlossen. Aber ein Blick von unten lohnt sich: der schlanke Ziegelschaft, der breite Kopf, die Klinkerdetails – ein Zweckbau, dem man ansieht, dass man 1930 auch bei einem Wasserbehälter noch Wert auf Form gelegt hat.